Warum saufen?
Die Leiden der Schüler - Alkohol, Mobbing und Prüfungsangst
Alkoholprobleme und seelische Krankheiten bei Schülern
Der unter "Suff, Stress, keine Liebe" angekündigte Kongress ist gelaufen.
Die Veranstalter vermelden zum Schülerkongress zu seelischen Krankheiten im ICC Berlin einen unerwartet hohen Andrang und großes Diskussionsbedürfnis. Ein ungewohntes Bild: Über 700 junge Menschen mischten sich zwischen ernst dreinschauende Psychiater und Psychotherpeuten.
Der Schülerkongress fand nämlich im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) statt.
Sinn der ersten Veranstaltung dieser Art war es, gerade junge Menschen auf die frühen Zeichen einer beginnenden psychischen Krankheiten hinzuweisen. Denn ähnlich wie bei körperlichen Krankheiten gibt es Symptome, die - rechtzeitig erkannt - gut behandelt werden können, womit dem "Ausbruch" einer ernsthaften psychischen Krankheit vorgebeugt werden kann. Der Schülerkongress hatte drei Beispiele zum Inhalt: Alkohol, Mobbing und Prüfungsangst.
Im ICC Berlin wurde kein "Frontaluntericht" erteilt. Vielmehr haben sich ganze Schulklassen intensiv auf die Diskussionen mit Experten vorbereitet. Eine Klasse hat zum Beispiel Interviews an ihrer Schule gemacht, wer Prüfungsängste hat. Bei der "Sitzung" zum Thema Mobbing hat eine Umfrage unter den Schülern im Saal gezeigt, dass sehr viele schon Opfer waren. Erstaunlicherweise haben einige auch zugegeben, selbst schon einmal Täter gewesen zu sein. Die Schüler aber haben sich darauf geeinigt, das Schweigen und Nichtstun die schlechteste Reaktion auf dieses Phänomen ist. Beim Thema Alkohol kamen besonders viele Fragen., zum Beispiel: "Sind ´Alkopops´ wirklich so gefährlich?", oder: "Warum saufen viele in immer jüngerem Einstiegsalter?"
Privatdozent Dr. Ulrich Voderholzer aus Freiburg, Mitorganisator des Schülerkongresses, fasste zusammen: "Ich finde es Klasse, wie sich die Schüler mit solchen Themen auseinander setzen - da soll noch ´mal jemand sagen, die jungen Menschen seien uninteressiert!" Nach dieser guten Erfahrung, so Voderholzer, wird sich die DGPPN ebenso wie andere Fachgesellschaften überlegen, wie man die Aufklärung über seelische Probleme und Riskofaktoren an Schulen weiter verstärken kann.
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