Blutiges Exempel

Katholizismus und Islam - Die Spaltung des Weibes

Madonna, Mutter, Schwester und die Hure

Teil VI. Hier geht´s zu Teil I.: Schwein mit Socken, Teil II: Feine Küche, Teil III.: Europäischer Kannibalismus, Teil IV.: Speisetabus und Teil V.: Bloody Mary

Unbefleckte Empfängnis, Peter Paul Rubens, Prado

Die Erniedrigung der Frau einerseits führte andererseits auch zu einer Überhöhung und Idealisierung und somit zu einer Spaltung, in die verkommene, verächtliche Hure und die asexuelle, reine Mutter und Schwester bzw. die idealisierte Jungfrau oder Mutter Gottes, wie hier nachstehend abgebildet: "La mama y la puta", eine ganz starke Scheidung im Katholizismus und Islam. Die schlimmsten Flüche dort, aber auch im christlichen Südeuropa gehen immer gegen die Mutter bzw. die Schwester und zwar immer genital, während bei uns eher anal geflucht wird. Das ist seltsam, denn schließlich werden Jungen ja von Frauen erzogen. Die Teilung der Frau ist typisch für den Katholizismus. Und so entsteht oft ein verkitschtes, rosarot-sentiment getrimmtes Frauenbild in der Literatur: Das Rehlein, Röslein rot, Jungfrauzart, Feinsliebchen, die rosa Knospe, Baby, Puppe, Kleines, Schätzchen u.a. Sottisen oder auch die liebevolle, aufopfernde Mutter als Hüterin von Heim und Herd.
Die Nachricht lautet: Das willenlose, anschmiegsame und pflichtbewusste kleine Dummchen hat Sehnsucht nach Anlehnung an eine starke Schulter, ohne Sexualität. Die Verehrung Mariens sowie die der Heiligen existiert im Protestantismus übrigens so nicht mehr, auch die Heiligsprechung wurde eingestellt, aber die Heiligen existieren weiter, was die meisten Protestanten gar nicht wissen, obwohl sie das in ihrem Glaubensbekenntnis dahersagen: "... glaube ... an die Gemeinschaft der Heiligen ..." Sie wissen nicht, was sie beten und was sie glauben (müssen). Das ist phantastisch! Man mache die Probe aufs Exempel und frage mal ein Exemplar wie beiläufig, ob Protestanten denn auch Heilige hätten oder ob das nur eine katholische Geschichte sei ...

Luthers Sprüche über Frauen sind übrigens legendär, hier einer der bekanntesten:
"Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob sie sich aber auch müde und zuletzt todt tragen, das schadet nichts, laß' sie nur todt tragen, sie sind darumb da."
Ähnlich: "Man soll Frauen, wenn nötig, wie Hunde und Säue sterben lassen."
Weitere z.B. hier und hier bei Humanist.de, Ein Interview mit Martin Luther, auch die weiterer Frommer, darunter die vieler Kirchenlehrer. Aber das hilft alles nichts; keine Gläubige ließe sich dadurch erschüttern.

Schweinische Psychofalle

Das christliche Spanien verwandte das Schwein übrigens als Waffe gegen Muslime und Juden, denn die Katholiken vermuteten ganz richtig, dass viele sich nur oberflächlich zum Christentum bekannten. Die bis heute allseits gern gereichte Vorspeisenplatte mit Chorizo u.a. Wurstsorten, Schinken usw., aus Schweinefleisch diente dem Aufspüren von Ketzern. Eine unvorsichtige Geste der Abneigung, ein Naserümpfen, ein Ablehnen, und schon hatten sie sich verraten oder wie in Goyas Geister vermeintlich verraten.

Fromme Unreinheit - Bloß keine Flecken! 

Auch die Forderung nach der Ehelosigkeit für alle Altardiener hat etwas mit "Reinheit" zu tun: Heiliges darf nur "rein" berührt werden, mit reinen Händen. Das Zweite Laterankonzil untersagte im 12. Jh. dem Klerus vom Subdiakonat aufwärts die Ehe, da es unwürdig sei, "sich geschlechtlichen Ausschweifungen und Unreinheiten hinzugeben". Unreinheit zieht man sich durch Verzehr bestimmter Nahrungsmittel zu, hier also dem Schwein, durch Berühren von Leichen und insbesondere - ein Lieblingsthema aller Religionen - durch "Befleckung" (Maria Immaculata, die "Unbefleckte", sic!) mit Mannessamen sowie Menstruations- und Geburtsblut. Alles auf derselben Ebene.
Wie auch immer: Das Schwein hat bei uns auch ein wenig Schwein gehabt, baumelt es doch auch als Glücksbringer im Auto, kann sogar zum Sparschwein mutieren und beschert Kindern als rosiges Marzipanschwein Genuss.
Es war bei uns leicht zu halten, nährte sich im Wald von allein, fraß Eicheln, war ein guter Resteverwerter und zeugte als Fleischlieferant von Wohlstand. 

Kopftuchkostümierung und LaufbremseSandalette

So, falls nun immer noch jemand über den Sinn von Kopftüchern rätselt, hier nochmals deutlich:
Je stärker die sexuelle Unterdrückung in einer Gesellschaft, desto mehr muss alles Störende im öffentlichen Leben beseitigt werden. Wenn´s schlecht läuft, wird das sündige, verlockende Weibervolk verschleiert, verhüllt, kostümiert, in gespensterhafte geschlechtslose Wesen verwandelt - es trägt ja nur noch eine Art Sack - und in den häuslichen Stall gesperrt. Viele Musliminnen rächen sich, scheinen ein Ventil gefunden haben zu haben, wenn man mal auf ihre Füße und Schuhe guckt, wird man Glitzer, rote Signalfarbe und ähnliche Späße als Hingucker bemerken.
Alles im Leben um die mögliche Verführung herum hat zu verschwinden, denn nur so lassen sich die bösen, quälenden Gedanken niederhalten, was aber auch bedeutet, dass Männer Opfer ihres eigenen Wahns werden und das Leben reichlich freudlos wird. Auch Frauen haben irgendwo Anteil an ihrem Los, erziehen sie doch immer die nächste Generation, besorgen das Geschäft der Männer.
Die ehemalige Femen-Aktivisten Zana Ramadani wies kürzlich in einem Interview darauf hin, wie ihr kleiner Bruder von der Mutter als "Prinz" verhätschlt, sie aber bei jeder Gelegenheit geprügelt wurde - Ödipus lässt wieder grüßen. Sie sagt: "Meine Mutter hat ihn sehr verwöhnt und ihm alles nachgesehen. Ich als Mädchen wurde mit unglaublicher Strenge erzogen. Ich hatte keine Freiheiten, und wenn ich trotzdem draußen mit meinen Freunden spielte, dann hat sie mich schon als kleines Mädchen als Dreck oder als Hure beschimpft – lange bevor ich überhaupt wusste, was eine Hure ist".
Ähnlich stellte sich beim Darmstädter "Ehrenmord"-Prozess im Achmadiyya-Milieu die Mutter als treibende Kraft heraus, welche die Tochter immer wieder wegen der Verbindung zu ihrem Freund prügelte.
Nota bene: Es kann nicht darum gehen, mit Befürwortern von Kopftuchputz u.a. Unsinn zu diskutieren - das ist eh unmöglich - ihre Illusionen zu teilen oder widerzureden, sie zu "bekehren" usw., sondern die Dinge auf den Tisch zu legen und gelassen auseinanderzunehmen. Was wollte man einer Kopftuchmaus denn auch erzählen? "Erzählen" sollte man eh nichts, ausschließlich FRAGEN dürfte man stellen, aber falls dann kommt, Gott oder Allah habe gesagt, hier und dort stehe geschrieben, gilt es zu verstummen und auszusteigen. Von dem hier Dargestellten werden sie eh wenig kapieren (1).
Nach all der Analyse hier ist aber auch zu fragen, ob nicht auch die Frau im Westen das Spiel der Männer spielt und sich dem männlichen Blick unterwirft. Hier ist es nur nicht der Kopfputz, der auffällt, sondern es sind beispielsweise die anderen Extremitäten.

Die Freuden der Highheels - Schuhe zum Nichtlaufen, oder was?

Was sagte kürzlich eine "Bewerbungsberaterin"? Ja, also zum Vorstellungsgespräch rate sie zu Highheels. Zum Laufen nehme sie flache Schuhe.
Ja, wozu dienen dann erstere, wenn doch nicht zum Laufen? Die Antwort leuchtet allen sofort ein. Sie bringen alles zum Schwingen, hinten und vorne, was Männern Freude bereitet und signalisieren: "Hasch mich, fang mich, ich bin verfügbar und leichte Beute, denn wegrennen kann ich eh nicht."
Nur die Vorzeichen sind anders, einmal Unterdrücken von Sexualität, ein anderes Mal Aufforderungscharakter. Der herrschende Blick allerdings wäre gleich; es ist der von Männern. Vielleicht einfach kein Grund also, über das Kopftuch zu zetern. Außerdem: Historische Aufnahmen vom hiesigen Wochenmarkt aus den Fünfzigern, Anfang der Sechziger, zeigen fast alle Bauersfrauen mit Kopftuch. Auch im Bürgertum war es ja irgendwie zusammengesteckt, geflochten usw. Niemand betrat ohne Kopfbedeckung die Straße. Man achte mal bei alten Fotos oder Fimaufnahmen aus der Kaiserzeit oder der Weimarer Republik auf die Kleidung der Leute. Offenes Haar war unschicklich, sündig. Kein Verbot, nein. Aber es funktionierte so. In punkto Kopfbedeckung von Frauen spricht sich die Bibel im Vergleich zum Koran viel klarer aus ("Eine Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt." 1. Korinther 10,11), aber das ist seit mindestens hundert Jahre bei uns vorbei. Von derartigen Ansichten, neu in unsere Gesellschaft von Muslimen hineingetragen, wollen wir einfach nichts mehr wissen. Diese albernen Diskussionen wollen wir nicht führen; das ist passé.
Ende des Ausflugs in die Porco-Welt. Bei weiterem Appetit verfolge man den Link unten unter Ajatulla Hübsch.

Näheres und ergänzend siehe das E-Book Die Sau ist nackt - Das Weib muss weg.

Teil VI. Hier geht´s zu Teil I.: Schwein mit Socken, Teil II: Feine Küche, Teil III.: Europäischer Kannibalismus, Teil IV.: Speisetabus und Teil V.: Bloody Mary

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1.) Nicht zuletzt: Viele der unzähligen Diskussionen zum Thema in den Talkshows taugen wenig. Sie gehen meist am Kern der Geschichte, Sexualität nämlich, vorbei, verharren auf der Ebene der Schriften, also des Korans, der Bibel etc. bzw. derer, die sie auslegen.
Religion ist die Verwaltung von Geschlechtlichkeit, Neudeutsch Sex, genauer gesagt: Der Aneignung des weiblichen Körpers durch Männer. Wer darf mit wem unter welchen Verhältnissen und mit wessen Erlaubnis? Keine Religion ohne sexuelle Unterdrückung. Daraus speist sie sich. Wenn gläubige Psychologen - auch Ajatulla Hübsch hat Psychologie "studiert" - auftauchen, dann passt das überhaupt nicht. Sie müssten wissen, worum es geht; kein ernsthafter Psychologe könnte gläubig sein.

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Bild: „Unbefleckte Empfängnis“, Peter Paul Rubens, Museo del Prado