Ein bisschen Mord bei der Ahmadiyya-Gemeinde

Kleiner "Ehrenmord" im Ahmadi-Milieu

Beschmutzte Ehre und zuviel Freiheit

Exkurs Ahmadija Mordsgeschichten. Hier geht es zu Teil I: Ayatulla Hübsch,  hier zu Teil II: Vom Saulus zum Paulus, hier zu Teil III: Per Taxi zum Asyl und hier zu Teil IV: Ahmadiyya-Sekte

Im Oktober 2015 wurde in Darmstadt die Ermordung einer jungen Pakistanerin, Ahmadi-Mitglied, namens Lareeb, verhandelt. Täter: Der Vater. Der Grund war, dass sie eine Liebesbeziehung zu einem Studenten unterhalten hatte, was bekanntlich bei uns nicht verboten ist, aber bei den Ahmadiyya Aufruhr erzeugte. Hier also war nicht der bei Muslimen häufig verhasste und verachtete westliche Lebensstil der Tochter Hintergrund ausschlaggebend, sondern die selbständige Partnerwahl, ohne Mittlung oder Billigung der Eltern. "Emir" Wagishauser ist in der Klemme, denn einerseits hat er selbst im Sinne der Eltern Druck ausgeübt, andererseits muss er sich distanzieren. Er legte dar, dass die Beziehung auch von der Gemeinde abgelehnt wurde, da der Islam den Umgang von unverheirateten Männer und Frauen verbiete, und dass bei Bekanntwerden außerehelichen Verkehrs Ausschluss aus der Gemeinde drohe. Dieser träfe auch die Eltern, sofern sie die Beziehung guthießen.

Wagishauser: "Sie müssen ihre Tochter dann verstoßen, als Tochter musst Du wählen zwischen der Beziehung oder der Familie“. Angesichts der sich auf der Richterbank ausbreitenden Fassungslosigkeit meinte der Zeuge dann noch mit einer „Anekdote“ aus seiner Jugend für Verständnis werben zu können: „Mein Vater hat früher auch gesagt, solange Du die Füße unter meinen Tisch stellst, hast Du das zu tun, was ich sage.“ ... Wenn sich die Eltern dann für die Tochter entscheiden, dann sind sie raus aus der Gemeinde, ja, raus aus der Religion. „Sonst sind sie nur Papier-Muslime; wenn mir die Religion wichtig ist, muss ich mich von der Tochter lösen“.

Absoluter Gehorsam - Hochschätzung des Islam vor den eigenen Kindern, dem eigenen Leben ...

Ein Treuegelöbnis der Ahmadiyya, bestimmt in Nr. VIII: "Dass er/sie den Glauben, die Hochschätzung des Glaubens und die Sache des Islam für sich kostbarer erachten wird als das eigene Leben, den eigenen Reichtum, das eigene Ansehen, die eigenen Kinder und alle anderen liebenswerten Dinge."
Das ist schon totalitär - was ist "die Sache des Islam? - und praktisch obendrein, denn eine Geringschätzung des eigenen Vermögens, vermehrt sicherlich die Zahl der "Schenkungen" und das Beerben der Gemeinde, wie vom Arbeitskreis Islam der evangelischen Allianz vorher schon erwähnt.
Laut einem Urteil vom 7.2.2003 dürfen auch durchaus "Parallelen zu national-sozialistischem Gedankengut bzw. mafiosen Strukturen" der Ahmadiyya-Sekte gezogen werden.

Vergeblich übten die Ahmadi-Gemeinde und Eltern starken Druck aus, um die beiden zu trennen, so dass der Fall an den Oberguru Mirza in London ging, der die beiden zur sofortigen Hochzeit verdonnerte. Da der Vater des Studenten sich gegen eine Hochzeit sträubte, lud Wagishauser ihn zu einem "letzten" Gespräch, in dem er ihn vor die Wahl der Zustimmung und der Exkommunizierung stellen wollte. Die hätte wohl auch die Eltern der Tochter getroffen.
Das war das Zeichen für ihren Vater. Ausgestoßensein und ohne soziale Kontakte, das war für den gläubigen Ahmadi zuviel. Einen Tag vor dem Gespräch erwürgte er die Tochter.

Nichts ohne Absahnen ...

Warum hatten die beiden nicht eher geheiratet? Nun, weil die Ahmadi ordentlich Zaster vom Vater des Bräutigams wollten: "Zudem habe die Gemeinde eine große Zeremonie gefordert, wofür dem Taxifahrer aus Florstadt das Geld gefehlt habe. „Ich habe der Hochzeit zugestimmt, ich wollte nur mehr Zeit“, beteuert der 54-Jährige laut FNP.
Der Verteidiger des Vaters meinte, Vater habe gar nicht anders handeln können. "Das ist kein normal sozialisierter Mensch. Er lebt in dem Glaskasten seiner Gemeinde." Ja, mag sein, aber der hierzulande mit öffentlichen Geldern gepäppelte Gemeindeglaskasten - mit sicherliche einer Menge in geistiger Abhängigkeit gehaltener Insassen schlichten Gemüts - hat einen Namen: Ahmadiyya.

Unselige, dem Islam fremde Traditionen, die Erhöhung des Egos und die Steinzeit ...

Wagishauser nach der Tat: "Die Familie stammt aus Pakistan. Dort gibt es leider einige unselige Traditionen, die mit dem Islam nichts zu tun haben". Der Prophet Mohammed stehe ferner für Respekt vor Kindern. Seltsame Behauptung, denn seine Lieblingsfrau Aische war bei der Hochzeit neun Jahre alt. Und die nicht mit dem Islam zu tun habenden Traditionen, nun, die trifft man auf Schritt und Tritt in der muslimischen Welt an.
Ajatulla Hübsch faselt philosophisch: Die Eltern seien nur formal Ahmadiyya-Anhänger gewesen, hätten aber die Lehre nicht verinnerlicht. "Wir verstehen unter dem Begriff 'Dschihad' den Kampf gegen das eigene Ego. Die Tat in Darmstadt hingegen zeigt eine Erhöhung des eigenen Egos. Es ging dabei nur um das Ego und um die vermeintliche Ehre des Vaters".
Und Gemeindesprecher Khan: „Mit dem Islam ist, wie auch mit allen anderen Religionen, ein Kindesmord oder ,Ehrenmord‘ nicht begründbar“.
Urteil schließlich: Lebenslänglich für beide Ahmadi. Der Verteidiger des Vaters: Sein Mandant sei kein "normal sozialisierter Mensch". Er habe die Normen seiner Heimat verinnerlicht, wonach Sex vor der Ehe ein schweres Vergehen sei. Und was soll denn bitte nun "normal sozialisierter Mensch" bedeuten? Selbstverständlich wurde der Vater "normal sozialisiert", nach pakistanischen Gegebenheiten nämlich. Würde er dort etwa nicht als völlig "normal" gelten, selbst wenn die meisten den Mord nicht gutgeheißen hätten? Und hätte er keine Sanktionen aus seiner Umgebung fürchten müssen, hätte er das Liebesverhältnis nicht unterbunden? Und in welchem muslimschen Land wäre (weiblicher) Sex vor der Ehe kein schweres Vergehen? Dafür kann frau sich eine Steinigung einhandeln.
Bemerkenswert ist auch die Rolle der Mutter als treibende Kraft, s. auch Zanan-Ramadani. Sie, Wächterin über die Familienehre, reagierte in dem Konflikt mit Essensentzug, Wegnahme der Kleidung und Misshandlungen, die in einem Fall sogar zu inneren Blutungen geführt und ferner sichtbare Wunden an Arm und Rücken hinterlassen hätten. Bilder der Überwachungskamera des zwölfgeschossigen Wohnhauses zeigen, wie der Vater am Vortag des Mordes in Gegenwart seiner Frau eine Kameralinse abklebte. In der Tatnacht schoben die Eltern frühmorgens in der Nacht einen Rollstuhl mit der Leiche in den Aufzug, bevor die Mutter einen Regenschirm aufspannte, um die Sicht zu verwehren. Zwei Stunden später kehrten beide zurück, nachdem sie die Leiche in einem Park "entsorgt" hatten. Der Vater entfernte den Aufkleber auf der Kameralinse.

Der Anwalt der Mutter: Die Frau sei in ihren religiösen Vorstellungen und ihrem archaischem Weltbild gefangen. Ja, in der Tat; welche Religiösen - allesamt Anhänger völlig "archaischer" Ideologien - wären das nicht, auch solche, die bei uns durch die Aufkärung gezähmt werden konnten? 

Exkurs Ahmadija Mordsgeschichten. Hier geht es zu Teil I: Ayatulla Hübsch,  hier zu Teil II: Vom Saulus zum Paulus, hier zu Teil III: Per Taxi zum Asyl und hier zu Teil IV: Ahmadiyya-Sekte

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