Glauben statt Wissenschaft?

Zwischen Moral und Entwicklung

Forschungsdebatte immer häufiger

Wer setzt der Wissenschaft Grenzen?

Immer weiter schreitet Forschung fort, macht immer seltener vor früher selbstverständlichen Grenzen halt. Damit entfacht sie jedoch auch eine heftige Diskussion in der Bevölkerung: Wie weit ist Forschung vertretbar - und wo sollten Menschen die Finger davon lassen?

Vierzig Prozent der Europäer finden, man solle sich stärker auf den Glauben als auf Wissenschaft stützen. Freilich schließt das eine das andere nicht aus, doch bringt Moral die Wissenschaft oft heftig in die Bredouille. Man nehme als Beispiel nur die Stammzellforschung, zu der auf höchster politischer Ebene viel Pro und Contra geredet wurde. Wo müssen Gesetze eingreifen, um das Leben vor ruhmsüchtigen Wissenschaftlern zu schützen, und wo ist Forschen (überlebens-)wichtiger als einzelne Embryos?

Der US-amerikanische Kongress versuchte einst, Sexualitätsstudien die Unterstützung zu versagen. Ein Fall von vielen weltweit, in denen man Forschung meidet und sich lieber von einem Thema abwendete. Möchten wir tatsächlich erfahren, was die Wissenschaft zu sagen hat? Oder ist es nicht schöner, sich unangenehmen Eröffnungen rechtzeitig entgegenzustemmen?
Doch viele unangenehme Eröffnungen treten erst dann zutage, wenn man sich kritisch mit Forschung auseinandersetzt. Bedenkt man, unter welchen Bedingungen und Absichten neue Erkenntnisse oft gewonnen werden, berücksichtigt man Bestechung, Bespitzelung, Betrug und eine oft völlige Ignoranz gegenüber des Lebens bzw. Individuums - dann ist es durchaus berechtigt, die Frage aufzustellen: Wie weit soll Forschung gehen?

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