Bildungsrepublik Deutschland

Bildungspolitik in Deutschland

Nichtabiturient als Mensch zweiter Klasse?

Förderung von Berufsausbildung statt Hochschule

Oft wird bei Diskussionen über die deutsche Bildungspolitik erwähnt, dass nur vierzig bis fünfzig Prozent eines Jahrgangs studieren. Eine erschreckende Zahl, die die Politik sofort bekämpfen sollte. Mehr Geld für Hochschulen!, so plädieren viele. Dies fordern sie von einer guten Bildungsrepublik.

Doch merkwürdig, dass sich niemand die Frage stellt, warum eigentlich die Mehrheit der Bevölkerung studieren sollte. Sicher ist Bildung ein kostbares Gut, doch lässt sie sich nur auf diesem Weg erringen? Viele weisen handwerkliche Talente auf, die an einer Hochschule verkümmerten. Ihnen hilft eine praktische Berufsausbildung viel weiter, womit sie der Gesellschaft auch mehr nützen. Denn wozu erlernt man einen Beruf? Um anschließend gebildet zu sein, oder um den Mitmenschen (und natürlich sich selbst) zu nützen?
Gerade Berufe ohne Studium sichern unseren Alltag. Was fängt ein Verkäufer mit einem Studium der Betriebswirtschaftslehre an? Was ein Maurer mit einem Ingenieursstudium? Kein Arbeitgeber wird einen Mitarbeiter für hohe Bildung höher bezahlen, sofern dieser nur einfache Tätigkeiten verrichtet.

Ein Studium ist oft überflüssig und lange keine Garantie für einen Arbeitsplatz. Was soll Deutschland mit einem Heer Akademiker machen, die sich für einfache Arbeiten (putzen, pflegen, bauen …) zu schade sind? Werden Eingewanderte künftig Dienstleistungen erledigen, während Studierte unter Arbeitslosigkeit leiden?

Bildungspolitik sollte dahin zielen, das Ansehen einfacher Berufe zu heben und berufsbegleitende Schulen zu fördern. Damit sei nicht gesagt, Jugendliche vom Studium abzuhalten oder das Ansehen eines Akademikers zu ruinieren. Bürger benötigen jedoch auch die Möglichkeit, ohne Abitur oder Hochschulabschluss einen Beruf zu ergreifen, ohne dafür als Mensch zweiter Klasse angesehen zu werden.

Stichwörter: